Jahrgang 2018
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Brühler Bilderbogen April 2018

Liebe Leser,
die Vorbereitungen für den Teilabriss des Rathaus Steinweg laufen auf Hochtouren. Der Anbau aus den sechziger Jahren, dem bald die Bagger auf die Pelle rücken,
ist bereits leer. Die Mitarbeiter sind umgezogen, nur noch ein paar schwere Archivschränke müssen ausgebaut, die Tresor-anlage muss entfernt und eine Trafostation verlegt werden. Der Parkplatz des Janshofs ist längst gesperrt, wird aber von Falschparkern weiter widerrechtlich genutzt. Diese Falschparker und das Wetter haben auch bisher verhindert, so eine Pressemitteilung der Stadt, dass dort ein provisorischer Asphalt aufgetragen werden konnte, der während der Bauphase notwendig wird.

Jubiläumssaison der Brühler Schlosskonzerte
Die Jubiläumssaison (60 Jahre Brühler Schlosskonzerte) wird am 12./13. Mai von der Capella Augustina unter der Leitung von Andreas Spering mit einem barocken Gipfeltreffen eröffnet. Danach gibt die niederländische Ausnahmecellistin Harriet Krijgh (Bild) am 26./27. Mai ihr Debüt bei den Brühler Schlosskonzerten.  Es erklingen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Anton Bruckner und Peter Iljitsch Tschaikowsky.

Die Brühler Innenstadt, ihr Einzelhandel und ihre Gastronomie genießen in der Schlossstadt selbst wie auch im Umland einen ausgezeichneten Ruf. In Brühl finden wir eine gewachsene Struktur vor, die Nachbarstädte wie Hürth, Wesseling oder Erftstadt eben nicht in diesem Maße zu bieten haben. In Brühl gibt es noch dieses Einkaufserlebnis.
Doch auch Brühl muss sich dem geänderten Einkaufsverhalten der Menschen stellen und Rahmenbedingungen schaffen, die die Attraktivität der Innenstadt mindestens erhalten oder besser noch erhöhen. Deshalb ist es auch wichtig, zu erfahren, wie es um das aktuelle Einkaufsverhalten der Menschen bestellt ist.




Angelika und Olaf Götte:
Wir gehen gezielt einkaufen. Wir parken auf der Giesler Galerie oder fahren mit dem Fahrrad in die Stadt. Wir schlendern dann durch die schöne Innenstadt, essen ein Eis und erledigen Kleinigkeiten. Heute kaufen wir etwa beim Rewe Motoröl. Am besten sortiert ist der Kaufhof. Da gilt der alte Spruch „tausendfach alles unter einem Dach” noch. Dort werden wir auch in Modefragen immer fündig, egal ob Jeans, Pullover, Strümpfe oder Unterwäsche.

In der Reihe von spartenübergreifenden Ausstellungen zu Künstlern wie David Lynch oder Tim Burton präsentiert das Max Ernst Museum Brühl des LVR erneut eine große Schau: Von Sonntag, 13. Mai bis Sonntag, 26. August gestaltet der international bekannte US-amerikanische Theaterregisseur, Bühnenbildner, Lichtdesigner und Videokünstler Robert Wilson (1941 in Waco, Texas, geboren) in exklusiver Zusammenarbeit eine einmalige Ausstellung.

Als Hommage an Max Ernst und den Surrealismus präsentiert die Schau Robert Wilson – „The Hat Makes The Man” eigene Arbeiten des Künstlers, Requisiten seiner Theaterinszenierungen sowie Werke aus seiner Privatsammlung.

Zum Jubiläum 50 Jahre Kunst- und Musikschule der Stadt Brühl gibt es im April gleich drei spannende Konzerte. Am Samstag, 14. April um 19:30 Uhr startet in den Räumlichkeiten der KuMS die neue Konzertreihe von Michael Hänschke „Klavierspiele!“. Ein abwechslungsreiches Programm spielen Natalia Spehl am Cembalo, Eleni Anastasiadou, Johannes Götz und Michael Hänschke am Klavier. Im Mittelpunkt von „Klavierspiele!“ stehen Dozenten aus dem Bereich Klavier. Sie treten sowohl solistisch, als auch im Zusammenspiel mit Dozenten aus den anderen Instrumentalbereichen auf.

Am Sonntag, 15. April steigt um 18 Uhr in derr Griechisch-Orthodoxen Kirche, bei freiem Eintritt und erbetenen Spenden das Konzert „Musik für die Seele” mit klassisch/romantischer Chor- und Orchestermusik. Das Erwachsenenorchester Collegium Musicum Brühl der Kunst- und Musikschule unter der Leitung von Christoph Meyer musiziert unter anderem Werke von Beethoven, Schubert und Sibelius. Capella vocale aus Euskirchen tritt als Gastchor unter seinem Chorleiter Manfred Sistig zum ersten Mal in dieser Kirche mit romantischer Chormusik auf.

Die Münchener Künstlerin Lina Augustin erhält das diesjährige Max Ernst-Stipendium der Stadt Brühl. Kürzlich erhielt  sie die Urkunde im Dorothea Tanning Saal des Max Ernst Museums Brühl aus den Händen von Bürgermeister Dieter Freytag. Lina Augustin ist die 48. Preisträgerin des zu Ehren des Surrealisten und Dadaisten Max Ernst 1971 ins Leben gerufenen Kunstpreises. Im Rahmen der Preisverleihung wurde zudem die Ausstellung mit Gemälden und Gedichten Lina Augustins eröffnet, die bis zum 29. April zu sehen ist.

„Wir bieten eine Alternative zu Konsolen und Co.”
In der Kaiserstraße tut sich etwas. Das altehrwürdige Haus der KSJ (Katholische Studierende Jugend) wird gerade wieder auf Vordermann gebracht, damit die vielen kommenden Veranstaltungen unter optimalen Rahmenbedingungen stattfinden können. Die Brühler Stadtgruppe der KSJ wird u.a. von Yannick Schäfer und seinen Mitstreitern Jan Hommelsheim und Marius Wildeshaus geleitet. Der Brühler Bilderbogen hat die drei jungen Macher besucht.

Das 1951 erbaute fünfeckige Haus an der Ecke Römerstraße/Kaiserstraße kennt fast jeder in Brühl. Irgendwann einmal in seiner Jugend hat man dort in dem wie ein Zelt gebautem Haus einmal eine Fete gefeiert und ein paar schöne Stunden verbracht. Viele kamen auch regelmäßig, um die vielen Freizeitangebote zu nutzen, die es dort im früheren ND- und heutigem KSJ-Haus mit seinem großen Grundstück seit Jahrzehnten gibt.

Das große Hochhaus in Brühl ist allen bekannt. Darin ist die Senioren-Wohnheim Brühl gGmbH beheimatet, die seit 1973 als gemeinnützige GmbH in Brühl geführt wird. Im Vordergrund steht nicht die Gewinnorientierung, sondern die Erfüllung der Wünsche und Bedürfnisse aller Bewohnerinnen und Bewohner.
Das Haus selbst wurde bereits 1970 noch unter anderer Trägerschaft eröffnet. Der Schwerpunkt liegt auf dem betreuten Wohnen für Senioren. Rund 650 Menschen wohnen derzeit im Haus in komforttablen Ein- oder Zweiraumwohnungen. Das Durchschnittsalter der Bewohnerinnen und Bewohner liegt bei etwa 82 Jahren. Rund 60 Prozent von ihnen kommen aus Brühl.

Seit sechs Jahren leitet Michael Penning das landläufig als „Haus Wetterstein” bestens bekannte Senioren-Wohnheim inklusive den dazugehörenden Häusern „Will Küpper Haus” und „Haus Hubertus”. Der 45-Jährige ist Chef von rund 360 Mitarbeitern. Den Wetterstein kennt er bereits seit seinen Jugendtagen, als er seine Großmütter dort besuchte. Michael Penning wuchs in Brühl auf. Nach seinem Abitur am Max-Ernst Gymnasium studierte er in Bonn Jura. Nach verschiedenen beruflichen Stationen kehrte 2012 nach Brühl zurück und übernahm die Leitung der gGmbH. Auch sein Vater, Dr. Hans-Karl Penning, war und ist dem Wetterstein seit 45 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender sehr verbunden.

BBB. Herr Penning, welche Klischees über Senioren mussten Sie schnell revidieren, nachdem Sie die Leitung des Wettersteins übernommen haben?
Michael Penning: Ich habe sehr schnell gelernt, dass sich Senioren nicht nur bedienen lassen wollen, sondern selbst unglaublich aktiv sind. Sie wissen die Annehmlichkeiten des Hauses zu nutzen, bringen sich aber auch sehr engagiert u.a. im Bewohnerbereirat und dem Förderverein ein. Die Bewohnerinnen und Bewohner leben hier selbstbestimmt und gestalten viele Angebote des Hauses in Eigenregie. Sie beteiligen sich bei vielen Aktionen. Sie organisieren selbständig Ausflüge oder Vorträge. Sie veranstalten Spielerunden, Malkreise, Handarbeits- und Bastelkurse und vieles mehr. Es gibt Basare, Konzerte, Mottoabende, ein Sommerfest oder eine Weihnachtsfeier. Wir haben eine Hauszeitschrift, um die sich die Bewohner kümmern. Im Haus finden zwei Karnevalssitzungen mit bekannten Größen des Kölner Karnevals statt. Das Angebot ist enorm. Die Bewohner engagieren sich für die Bewohner. Das ist eine Besonderheit des Hauses. Aktuell ist sogar eine gut besuchte Kunstausstellung mit Werken unserer Bewohner in der Brühler Rathausgalerie zu sehen. Ich finde das sehr faszinierend. Das habe ich so nicht erwartet.

Jeder Krieg ist auch ein Krieg gegen Frauen, Massenvergewaltigung gilt als strategische Kriegswaffe. Die in Brühl lebende Gynäkologin Monika Hauser kämpft seit gut 20 Jahren mit der von ihr gegründeten Hilfsorganisation „medica mondiale” lokal und international für die traumatisierten Opfer sexueller Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten.
Der Film begleitet Monika Hauser, erzählt ihren Werdegang, ihre Motivation und deckt Hintergründe und Strukturen auf, die Gewalt gegen Frauen überhaupt erst ermöglichen. Dabei begegnen wir Frauen, für die der Kampf gegen sexualisierte Gewalt eine Lebensaufgabe darstellt.

Für ihre Initiative und ihr Engagement nahm Monika Hauser zahlreiche Auszeichnungen entgegen, unter anderem den als Alternativer Nobelpreis bekannten Right Livelihood Award 2008.

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)


Vor 635 Jahren
Kloster Benden brennt nieder

Eine der größten Gefahren für Leib, Leben, Hab und Gut ging in der Vergangenheit stets von unkontrollierbarem Feuer aus. Brannte es einmal erst richtig, so war an Rettung kaum mehr zu denken, die Katastrophe war unausweichlich. Eine solche ereilte Kloster Benden am 6. April des Jahres 1383. Seinen Ursprung hatte das Feuer wohl in der Klostermühle, es gelang nicht, die noch kleinen Flammen zu löschen und wenig später wurde das ganze Anwesen Opfer des Feuers.

Der Lions Club Brühl hat 300 Euro gespendet um die Brühler Familie Nötzel bei der Ausbildung des Labradoodles Mira zum Diabetes-Warnhund zu unterstützen. Der Hund soll zum potenziellen Lebensretter für Marina Nötzels sechsjährigen Sohn Jonas werden, der an Diabetes Typ1 leidet. Mira wird nach ihrer Ausbildung in der Lage sein, anzuzeigen, wenn der Blutzuckerspiegel des Jungen lebensbedrohlich sinkt oder steigt und wird ihm auch Blutzuckermessgerät oder Traubenzucker bringen können.
Die Ausbildung des Hundes ist jedoch mit bis zu 3000 Euro sehr teuer.