Jahrgang 2020
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 1250 Jahren
Tonmanufaktur im Brühler Süden

In unseren Tagen können Ereignisse von bedeutendem Charakter in der Regel auf die nute, wenn es denn sein muss auch auf die Sekunde genau terminiert werden. Dies war in früheren Zeiten weder möglich noch von Nöten, und so haben wir es in unserem ersten Chronikbeitrag in diesem September mit einer sehr ungefähren Zeitangabe zu tun:
Um 770, zu Beginn der karolingischen Zeit also auf, kann für unsere Heimatstadt Brühl, oder eher gesagt: für die Region, auf der heute Brühl kartografisch festgehalten ist, berichtet werden, dass es bereits eine aktive Tonmanufaktur gegeben hat. Im Süden, es war die Region Badorf / Eckdorf, produzierte man Töpferwaren, die weit über die Grenzen der Ortschaft hinaus bekannt und geschätzt waren. Bis hinein ins Baltikum wurden die hiesigen Erzeugnisse gehandelt. Einer dieser historischen Töpferöfen konnte im Jahre 1968 im Rahmen von Ausgrabungen freigelegt werden und bezeugt diese Aktivitäten.

Vor 240 Jahren
Besuch aus der Kaiserfamilie
Als Kurfürstenstadt war fürstlicher, oder königlicher Besuch für Brühl auch schon vor der Zeit als Residenzort der Bundesregierung für Staatsempfänge nichts Außergewöhnliches. Visiten gekrönter Häupter gehörten quasi zur Tagesordnung. Dennoch war dann Besuch aus dem Kaiserhause doch etwas Besonderes: so auch am 20. September 1780, als Erzherzog Maximilian Franz von Österreich, Sohn der Kaiserin Maria Theresia, Brühl besuchte, um sich von der Bevölkerung huldigen zu lassen. Maximilian Franz war erst wenige Tage zuvor, am 7. August desselben Jahres zum Koadjutor (designierten Nachfolger) des Kurfürsten Maximilian Friedrich in Köln gewählt worden. Nun befand sich gleichsam auf seiner Amtsantrittsreise durch den Kurstaat.

Vor 180 Jahren
Tod von Heinrich Gareis
Ebenfalls am 20. September, jedoch im Jahre 1815 verstarb der um Brühl sehr verdiente Pfarrer und zeitweilige Maire Heinrich Gareis im Alter von nur 57 Jahren an einer äußerst schmerzhaften Lungenentzündung. Gareis war während der schwierigen Zeit der französischen Fremdherrschaft und den folgenden Zeiten des Zusammenbruchs dieser Besetzung Priester in Brühl. Zeitweilig lenkte er die Geschicke seiner Gemeinde nicht nur als Pfarrer, sondern auch als Maire (Bürgermeister) der französischen Besatzer, wodurch er die Not und Last seiner Brühler immerhin durch seine geschickte Diplomatie zu lindern wusste. Bis zuletzt engagierte er sich aufopferungsvoll für seine Gemeinde; noch am 19. September schleppte er sich - bereits vom Tod gezeichnet - in seine Kirche und auf die Kanzel, um seiner Hirtenpflicht nachzukommen. Seine letzte Ruhestätte fand er direkt vor dem Hauptportal von St. Margareta, zu Füßen der Kreuzigungsgruppe, die damals dort stand.

Vor 150 Jahren
Brühl wird Villenstadt
Wenn heute in farbenprächtigen Prospekten die Neubaugebiete unserer Schloßstadt angepriesen und vermarktet werden, so spielt u.a. die perfekte Verkehrsanbindung immer wieder eine gewichtige Rolle in den Lobpreisungen der Werbetexter. Diese höchst attraktive Lage Brühls zwischen Köln und Bonn war allerdings auch in weit früheren Jahren ein gewichtiges Pfand für unsere Heimatstadt: die für damalige Verhältnisse exzellente Verkehrsanbindung sowie die Nähe zum höfischen Prunk führte um 1860 dazu, dass eine nicht geringe Anzahl wohlhabender Kölner Kaufleute sich hier niederliessen. Ihren eigenen Stand und Wohlstand dokumentierte diese reichen Neubrühler damals durch den Bau prachtvoller Villen in den verschiedensten Stilarten. Bis auf den heutigen Tag bereichern die alten Prachtbauten das Brühler Stadtbild, wie nicht nur am Beispiel des heutigen Max Ernst Museums deutlich wird.

Vor 120 Jahren
Neues Pfarrhaus
Auf Initiative von Oberpfarrer und Dechant Richard Bertram sollte das alte Pfarrhaus der Gemeinde St. Margareta abgerissen, und durch ein moderneres, und dem gestiegenen Raumbedarf gerecht werdendes Bauwerk ersetzt werden. So wurde das alte, 1770 unter Pfarrer Paulus Mauel erbaute Haus denn zunächst auf Abbruch versteigert. Diese Auktion gewann damals Metzgermeister Mees aus Pingsdorf. Das neue Pfarrhaus konnte dann am 13. September 1900 bezogen werden.

Vor 65 Jahren
Neue Glocken für St. Margareta
Nachdem im zweiten Weltkrieg alle Kirchenglocken konfisziert und eingeschmolzen wurden, war es am 16. September 1955 endlich so weit: eine Abordnung der Gemeinde St. Margareta fuhr nach Gescher, wo an diesem Tag fünf neue Glocken für die Pfarrkirche gegossen wurden. 3.300kg brachten die neuen Glocken gemeinsam auf die Waage, die größte allein lag und liegt bei 1,75 Tonnen. Erstmals an ihrem neuen Bestimmungsort erklangen sie dann am Vorabend des Christkönigfestes.

Vor 65 Jahren
Provisorium an St. Ursula
Am 17. September 1955 wurde, den Zeichen der damaligen Raumnot folgend, im Klostergarten des heutigen St. Ursula Gymnasiums ein Holzpavillon der Nutzung als Schulräumlichkeit übergeben. Noch vor dem starken Geburtenrückgang der 60´er Jahre wurde hierdurch versucht, die stetig steigenden Schülerzahlen an den höheren Schulen ausbilden zu können.


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